
Die neu belebte „Alte Wiedenbrücker Stadtwache“ präsentierte sich am Sonntag den 24 Juni 2007 auf dem historischen Markt der Emsstadt erstmals der Öffentlichkeit.
Der grüne Rock, die dunkle Hose und die Mütze aus der Franzosenzeit bleiben Uniform des 515 Jahre alten St.-Sebastian-Bürgerschützenvereins Wiedenbrück.
Das Bild der marschierenden Schützen wird in Zukunft jedoch einem nostalgischen Farbtupfer erhalten: Gestern Mittag stellte Oberst Hermann-Josef Pierenkemper auf dem gepflasterten Marktareal am Haus Ottens die neu gegründete „Alte Wiedenbrücker Stadtwache“ vor. Dazu hatten sich zahlreiche Bürger eingefunden.
Die Idee zur Gründung einer Landsknechtsgruppe hatten bereits zur Landesgartenschau 1988 und zur 500-Jahr-Feier des Wiedenbrücker St.-Sebastian-Bürgerschützenvereins im Jahr 1992 Major Heribert Setter und Vorstandsmitglied Manfred Güth. Die Umsetzung ihres Plans scheiterte damals an den zu hohen Kosten.
Dank der Initiative von Sebastianer-Oberst Hermann-Josef Pierenkemper und der Tatsache, dass etliche Sponsoren für das Vorhaben gewonnen werden konnten, wurde die „Alte Wiedenbrücker Stadtwache“ jetzt auf die Beine gestellt. Dazu gehören eine Rotte Schützen mit zwölf Soldaten, ein „Obbermann“ (Oberst), ein Fähnrich, ein Leutnant der Artillerie, zwei Trommler, zwei Hellebadiere, zwei Pikeniere und drei Kanoniere. Auch die Kanone der Sebastianer fährt in der Truppe mit. Zum Tross zählen ferner vier Marketenderinnen sowie ein Kutscher mit Pferd und Wagen. Die Waffen (Hellebarden, Piken, Rapier, Katzbalger und Dolche) und auch die Trommeln sind origialgetreue Nachbauten des späten Mittelalters. Die Uniformen der Soldaten der „Alten Wiedenbrücker Stadtwache“ wurden in der Grundfarbe Rot angefertigt, weil der Osnabrücker Bischof Philipp Sigismund 1604 eine Verordnung erlassen hatte, wonach sich die bischöflich-osnabrückischen Soldaten „in rothe Mandelin und Uberhoesen“ kleiden mussten. Die Trommler wurden mit Kleidung in den Grundfarben Grün und Gelb-Grün ausgestattet. Der Kutscher trägt ein bordeauxrotes Gewand. Die Marketenderinnen gehen in der schlichten Tracht des Mittelalters. Vorgestellt wurde auch ein Nachwächter.
Rheda-Wiedenbrück (wi). Die Glocke 25.06.2007